Bericht über die Restaurierung der Bilder Florianigasse 13


Bei den Bildern auf der Fassade des Bäckerinnungshaus, Florianigasse 13, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Wasserglasmalerei aus dem 19. JH. Es sind 6 große Bilder zwischen dem 1. und 2. Stock, bzw. 10 kleinere Bilder zwischen dem Erdgeschoß und dem 1. Stock. Alle Bilder sind eine typische Schablonenmalerei und stellen reine Zierbilder dar, die sich nur in der Farbgebung unterscheiden.

Der Zustand der Bilder kann wie folgt beschrieben werden:

Das obere rechte Bild und der komplette untere Teil des 2. rechten Bilds oben ist neueren Datums und in gutem Zustand.



Oberes rechtes Bild während Reinigung


Die anderen Bilder sind alle mehr oder weniger stark rissig, die beiden linken Bilder oben und die beiden linken Bilder unten sind am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Hier hat sich teilweise der Malgrund vom Untergrund gelöst (stellenweise bis 1 cm). Die Hohlstellen befanden sich in 2 Ebenen (ca. 5 mm und ca. 2 cm unter der Oberfläche).



2.rechte obere Bild mit Rissbildung


Stellenweise wurden bei den Bildern ganze Flächen ausgebessert, indem auf neuem Mörtel gemalt wurde. Diese Ausbesserungen wurden höchstwahrscheinlich zusammen mit der Kompletterneuerung des oberen rechten Bildes vollzogen, da der Malgrund die gleiche Körnung aufweist wie dieses (Im Gegensatz zu dem Originalgrund, der ganz glatt ist, ist hier eine gröbere Körnung festzustellen). Wieder andere Stellen stellten sich bei Bohrwiderstandsproben als sandend heraus (Wieder in 2 Ebenen, siehe oben). Die beiden linken oberen Bilder waren schon stark absturzgefährdet. Der Farbauftrag selbst war noch in relativ gutem Zustand vorhanden, in den beiden linken oberen Bildern aber mit einer starken Schleierbildung.

Die Ränder der Bilder waren allesamt mit Fassadenfarbe übermalt. Beim Entfernen der Fassadenfarbe konnte festgestellt werden, daß der Rand des rechten oberen Bilds nur mit Fassadenfarbe bemalt war. Hier fehlte eine Wasserglasübermalung vollständig. Die Ränder der anderen Bilder stellten sich so dar: Hier wurde das Wasserglas an den meisten Stellen schon entfernt und mit Fassadenfarbe übermalt, stellenweise, hauptsächlich an den rechten Rändern, wurde aber vor dem Auftrag der Fassadenfarbe der Rand ausgebessert, wahrscheinlich mit einer Beimengung eines Bindemittels in den Mörtel (Wasserglas?). Hier waren der Mörtel nämlich erstens bräunlich, zweitens von einer glasigen, extrem harten Konsistenz. Bei einem der unteren Bilder waren Teile des rechten Rands ausgebrochen, mit Wasserglas gefestigt und danach mit einem dicken Fassadenanstrich (ca. 7 mm) kaschiert.



Zweites Bild rechts oben. Bruchstückweiser alter Wasserglasauftrag (dunkel), vermischt mit Auftrag von Fassadenfarbe(hell)



Die Restauration der Bilder wurde wie folgt vollzogen:

Zuerst wurden die sandenden Stellen mit verdünntem Injektionsmörtel (dyspergiertes Kalkhydrat, Fa. Calxnova, 1 Teil Mörtel, 5-7 Teile destilliertes Wasser)) gefestigt. Dann wurden die Bilder dort, wo sie hohl waren und wo stark klaffende Risse waren, mit unverdünnten Injektionsmörtel (gleiches Fabrikat) hinterfüllt. Danach wurden die feinen Risse mit verdünntem Injektionsmörtel (gleiches Fabrikat, 1 Teil Injektionsmörtel, 4-5 Teile destilliertes Wasser) geschlossen. Die Hinterfüllungen und die Schließung der Risse mit Injektionsmörtel wurde folgendermassen bewerkstelligt: Zuerst Vornässung der betroffenen Stellen mit destilliertem Wasser (ca. 1 Stunde) mittels Injektionsspritze, danach Füllung mit dem Mörtel, wieder mit Injektionsspritze, teilweise in mehreren Durchgängen.

Nachdem die Hinterfüllungen abgeschlossen waren, wurde der Farbauftrag an den Rändern entfernt. Wo es ging, wurde auch der noch übriggebliebene Wasserglasauftrag entfernt, da es sich sowieso nur mehr um ein paar Flecken handelte, und dadurch das Neu Bemalen der Ränder leichter sein würde. Die gereinigten Ränder wurden mit dunklem Wasserglas übermalt, wobei darauf acht gegeben wurde, die noch bestehenden Wasserglasflecken auszulassen, um eine Dampfsperre zu verhindern.

Zum Schluß wurden die Bilder im gesamten gereinigt, und die Rißstellen, die mit Injektionsmörtel ausgebessert wurden, mit Wasserglas (neutrale grünlichbraune Mischung) übertupft.


Nach der Restauration stellen sich die Bilder wie folgt dar: Die sandenden Stellen sowie die Hohlstellen sind, soweit sie festgestellt werden konnten, wieder gefestigt. Alle sichtbaren feinen Risse konnten verschlossen werden. Somit ist die Stabilität der Bilder wieder gesichert. Eventuelle, noch tiefere Hohlstellen oder sandenden Bereiche konnten jedoch nicht festgestellt werden, sind aber nicht sehr wahrscheinlich (Sie müßten dann schon im Mauerwerk liegen). Die Ränder sind wieder dunkel bemalt, stellenweise sieht man bei näherem Hinschauen aber den Farbunterschied zu den alten Wasserglasaufträgen, die nämlich keine einheitliche Farbe mehr aufwiesen. Der Farbunterschied der Bilder vor und nach der Reinigung kann am besten am Foto ganz oben festgestellt werden. Die Schleierbildung der beiden linken oberen Bilder konnte jedoch nicht mehr ausgebessert werden.